Private Windkraftanlage fürs Eigenheim erfolgreich umsetzen

Private Windkraftanlage für Eigenheim

Vor dem Kauf eines privaten Windrads für das Eigenheim muss man die wichtigsten Faktoren für den Erfolg der Hauswindkraftanlage kennen. Hausbesitzer sind bei Kleinwindkraftanlagen oft unbedarft und schlecht vorbereitet. Vor allem im Marktsegment privater Windenergieanlagen gibt es einige unseriöse Anbieter, die Verbraucher nicht ehrlich beraten.

Man kann sehr viel Freude mit einer kleinen Windkraftanlage für den Privatgebrauch haben, sofern man die Rahmenbedingungen kennt…

(Beitrag aktualisiert im April 2017)

Leistung und Größe des Rotors

Privat genutzte Windräder haben eine Leistung bis maximal fünf Kilowatt mit einem Rotordurchmesser von maximal fünf Meter. Eine Mikrowindanlage mit einem Kilowatt (kW) Nennleistung hat typischerweise einen Rotordurchmesser von rund zwei Meter. Sehr kleine Hobbywindräder und Windturbinen auf Segelschiffen haben eine Leistung unter 500 Watt mit einem rund ein Meter großen Rotor.

Die Stromerzeugung des Windrads muss vorwiegend für den Eigenbedarf ausgerichtet sein. Nur der Eigenverbrauch des Windstroms ist wirtschaftlich, da es für die Einspeisung ins öffentliche Stromnetz nur 8 Cent pro kWh gibt.

Dach oder ebenerdiger Mast?

Privates Windrad auf Mast

Foto: Heyde Windtechnik

Die Installation der Kleinwindanlage sollte auf einem Mast in der Nähe des Gebäudes erfolgen. Der Mast im Garten wird in der Regel kleiner als 20 m sein. Dach-Installationen von Windkraftanlagen für Einfamilienhäuser sind definitiv keine gute Idee. Vorwiegend aufgrund unzureichender Windverhältnisse auf Dächern. So mancher Interessent hat sich eine Dachanlage in den Kopf gesetzt. Wer die Windanlage vorwiegend als Spielerei betrachtet, kann es probieren. Wer ernsthafte Nutzung von Ökostromtechnik und nennenswerte Stromproduktion im Sinn hat, wird einen bodenständigen Mast wählen. Ein Anbieter empfiehlt vorwiegend Dachanlagen? Dann schauen sie sich nach einem anderen Anbieter um.

Erfolg mit der Hauswindkraftanlage: Welches Ziel verfolgen sie?

Erfolgreich ist das private Kleinwindkraft-Projekt dann, wenn die Anlage zuverlässig läuft und nennenswert Strom produzierte. Wie genau der Erfolg darüber hinaus definiert wird, hängt von ihren Zielen ab! Lassen sie sich nicht von Leuten reinreden, die andere Motive verfolgen.

Es mag trivial klingen, ist aber sehr wichtig: Werden sie sich bewusst, warum Sie eine kleine Windkraftanlage für das eigene Haus anschaffen möchten.

Eine Auswahl möglicher Motive:

  • Mit eigener Stromproduktion unabhängiger von Energieversorgern werden
  • Stromkosten senken, Rendite
  • Umwelt- und Klimaschutz
  • Spaß an der Technik
  • Gemeinsames Hobby mit Kindern
  • Lehrobjekt an Schule etc.

Oft sind es mehrere Motive, die eine Kaufentscheidung beeinflussen.

Rendite mit privatem Windrad kaum möglich

Wer als Hauptmotiv vor allem Wirtschaftlichkeit und effektive Einsparung von Stromkosten verfolgt: Viele private Betreiber werden das mit einer kleinen Windturbine nicht erreichen können. Solarstrom schneidet bei der Wirtschaftlichkeit deutlich besser ab. Wer noch keine PV-Anlage hat, sollte zunächst an Solar denken. Wer vor allem an einer Rendite interessiert ist und in Windenergie investieren möchte, kann die Beteiligung bei einem Bürgerwindpark bestehend aus Großwindkraftanlagen prüfen.

Wann lohnen sich Kleinwindanlagen finanziell?

a) Wenn der eigene Windstrom günstiger als der Strompreis des Energieversorgers ist und

b) wenn der eigene Strom größtenteils selbst verbraucht d.h. nicht eingespeist wird.

Die Kosten des durch die Windanlage produzierten Stroms bezeichnet man als Stromgestehungskosten.  Über den Daumen gepeilt müssten die Stromgestehungskosten des privaten Windrads unter 30 Cent pro KWh liegen, was dem Preis für Haushaltsstrom entspricht. Das wird mit einem privaten Windrad bis fünf kW Leistung nur an sehr windstarken Standorten erreicht. 

Aufgrund der in der Zukunft steigenden Strompreise, werden sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für den Betrieb einer privaten Windkraftanlage aber zunehmend verbessern! In 10 Jahren werden die Strompreise eher bei 40 Cent pro kWh liegen.

Besser sind die Rahmenbedingungen für Gewerbe und Landwirtschaft. Die Kleinwindkraftanlagen haben oft eine Leistung über fünf kW und werden bis 30 Meter Höhe aufgebaut. Je höher die Anlage, desto höher die mittlere Windgeschwindigkeit. Bei hohem Selbstverbrauch des eigenen Windstroms und guten Windbedingungen kann sich die Kleinwindanlage rentieren.

Fazit: 
Wenn ihre Ziele und Motive vor allem Geldanlage und Kosteneinsparung sind, dann müssen sie das private Kleinwindkraftprojekt besonders kritisch prüfen.

Motive jenseits der Rendite: Umweltschutz und Autarkie

Umweltschutz und autarke Energieversorgung

Für viele Verbraucher ist es nicht entscheidend, ob der private Windstrom 25 oder 40 Cent pro kWh kostet. Genau so wenig kennen viele Besitzer von Solarwärmeanlagen nicht die Wärmegestehungskosten ihrer Solarthermie-Anlage. Im Vordergrund stehen beim eigenen Windrad im Garten andere Motive. Besonders häufig werden Umweltschutzaspekte und der Wunsch nach Autarkie genannt. Der Reiz einer privaten Windkraftanlage liegt nicht zuletzt darin begründet, die Windenergie auf dem eigenen Grundstück in Strom umzuwandeln und diesen selbst zu verbrauchen. 

Bei der privaten Nutzung der Erneuerbaren Energien in Deutschland lässt sich ein klarer Trend erkennen: Nicht Einspeisung und Renditedenken dominieren, sondern der Eigenverbrauch.

Der besondere Wert des Stroms des Windrads liegt in der zeitlichen Bereitstellung: Es wird Strom in der sonnenarmen Zeit erzeugt. Kleinwindkraftanlagen sind die optimale Ergänzung von Solaranlagen. Die dunklen Nächte kann man noch mit einer Batterie überbrücken. Aber im Herbst und Winter ist der Ertrag der Solarstromanlagen über eine lange Zeit sehr gering. Genau dann läuft die Kleinwindanlage zur Höchstform auf.   

Die Formel für Energieautarkie in der Stromversorgung lautet:
PV-Anlage + Kleinwindanlage + Batterie. 

Spaß an der Technik

Kleinwindkraftanlagen üben auf viele Menschen eine besondere Faszination aus. Durch den drehenden Rotor wird die unsichtbare Windenergie erlebbar gemacht. Durch das Zusammenspiel zwischen Physik (Aerodynamik), mechanischer Umwandlung und Elektrotechnik kann man viel lernen. Viele Kleinwindkraft-Betreiber beschäftigen sich mit Wind- und Wetterbedingungen und lassen parallel ein Windmessgerät laufen.

Langfristig Spaß an der Kleinwindkraftanlage wird man allerdings nur bei qualitativ hochwertiger und sturmsicherer Technik haben, so wie im aktuellen Kleinwind-Marktreport beschrieben.

Ohne Wind hört der Spaß auf

Auch wenn Wirtschaftlichkeit nicht im Vordergrund bei der Anschaffung einer privaten Windkraftanlage steht, wird man kein Spaß mit dem Windrad haben, wenn aufgrund zu geringer mittlerer Windgeschwindigkeit auf dem eigenen Grundstück kaum Strom produziert wird. Kleinwindkraftanlagen sind standortkritischer als Solaranlagen: Nicht in jedem Garten lässt sich ein Kleinwindrad betreiben. Kein Erfolg mit dem privaten Windrad wird sich einstellen, wenn mehrere Tausend Euro investiert und nur wenige Kilowattstunden Strom pro Jahr produziert werden.