Private Windkraftanlage fürs Eigenheim | 5 wichtige Tipps vom Experten

Private Windkraftanlage fürs Eigenheim: Die 5 Tipps für den Erfolg

Private Windkraftanlage

Vor dem Kauf eines privaten Windrads für das Eigenheim muss man die wichtigsten Faktoren für den Erfolg kennen. Eine Hauswindkraftanlage unterliegt eigenen Regeln. Vor allem im Marktsegment privater Windenergieanlagen gibt es einige fragwürdige Anbieter, die Verbraucher nicht ehrlich beraten. Man kann sehr viel Freude mit einer kleinen Windkraftanlage für den Privatgebrauch haben, sofern man die Rahmenbedingungen kennt. Ehrliche Tipps vom neutralen Experten...

(Beitrag aktualisiert im August 2020).

1 | Typische Leistung und Größe privater Windkraftanlagen

Die meisten privaten Windkraftanlagen haben eine Leistung unter 5 Kilowatt. Eine pauschale Angabe zur jährlichen Stromerzeugung wie bei Photovoltaikanlagen (Solarstrom) ist nicht möglich. Pro Kilowatt Leistung Photovoltaik kann man im Schnitt mit 1.000 kWh Strom pro Jahr rechnen. Bei einer kleinen Windanlagen entscheiden die Größe des Rotors und das Windangebot des Standorts über die Ertragskraft.

Die Spannbreite bei einer 5 Kilowatt Kleinwindkraftanlage liegt zwischen 2.500 und 10.000 kWh Strom pro Jahr. Entscheidend ist die Windstärke des Aufstellungsorts! Im Windschatten wird eine Windanlage gar keinen Strom erzeugen.

Wichtig ist auch die Gesamthöhe einer Windanlage in Form der höchsten Flügelspitze. Viele private Windräder haben eine Gesamthöhe unter 10 Meter, da dann in vielen Bundesländern auf eine Baugenehmigung verzichtet werden kann.

2 | Man sollte nicht auf Rendite aus sein

Wer als Hauptmotiv vor allem Wirtschaftlichkeit und Einsparung von Stromkosten verfolgt, der wird mit einer Windanlagen fürs Privathaus nicht weit kommen. Erster Schritt sollte immer die Installation einer Solarstromanlage sein, die in den meisten Fällen wirtschaftlich betrieben werden kann.

Wann lohnen sich Kleinwindanlagen finanziell?
a) Wenn der eigene Windstrom günstiger als der Strompreis des Energieversorgers ist und
b) wenn der eigene Strom größtenteils selbst verbraucht d.h. nicht eingespeist wird.

Die Kosten des durch die Windanlage produzierten Stroms bezeichnet man als Stromgestehungskosten.  Über den Daumen gepeilt müssten die Stromgestehungskosten des privaten Windrads unter 30 Cent pro KWh liegen, damit sie geringer als der Preis für den Haushaltsstrom sind. Das wird mit einem privaten Windrad bis fünf kW Leistung nur an sehr windstarken Standorten erreichbar sein. Viele private Grundstücke im Wohngebiet haben so eine Lage nicht.

Die Motive für die Anschaffung einer privaten Windkraftanlage sollten Umwelt- und Klimaschutz, Spaß an der Technik und/oder Wunsch nach Selbstversorgung sein.

3 | Installation auf dem Dach?

Die Installation der Kleinwindanlage sollte auf einem bodenständigen Mast in der Nähe des Gebäudes erfolgen. Installationen auf Dächern von Windkraftanlagen für Einfamilienhäuser sind meistens nicht von Erfolg gekrönt. Vorwiegend aufgrund unzureichender Windverhältnisse. Eine Dach-Installation könnte beispielsweise funktionieren, wenn eine Seite eines Giebeldachs aus Hauptwindrichtung frei angeströmt wird und der Mast eine ausreichende Höhe hat. Viele Privathäuser erfüllen diese Voraussetzung nicht.

Privates Windrad auf Mast

Foto: Heyde Windtechnik

Wer ernsthafte Nutzung von Ökostromtechnik und nennenswerte Stromproduktion im Sinn hat, wird einen auf dem Boden installierten Mast wählen. Ein Anbieter empfiehlt vorwiegend Dachanlagen? Dann schaue dich nach einem anderen Anbieter um.

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4 | Autarkie = Photovoltaik + Kleinwindkraft + Stromspeicher

Ein großer Vorteil einer Kleinwindanlage: sie produzierte vor allem im Herbst und Winter viel Strom. Eine perfekte Ergänzung zur Solarstromanlage. Ein Stromspeicher kann von Photovoltaik- und Kleinwindanlage gespeist werden. Mit der Kombination Solar + Windkraft + Stromspeicher kann man übers Jahr eine sehr hohe Selbstversorgung mit umweltfreundlichem Strom erreichen.

5 | Windstarke Lage ist das A und O!

Der Erfolgsfaktor #1 bei Windanlagen: Die Windstärke in Rotorhöhe.

Auch wenn Wirtschaftlichkeit nicht im Vordergrund bei der Anschaffung einer privaten Windkraftanlage steht, wird man kein Spaß mit dem Windrad haben, wenn aufgrund zu geringer mittlerer Windgeschwindigkeit auf dem eigenen Grundstück kaum Strom produziert wird.

Kleinwindkraftanlagen sind standortkritischer als Solaranlagen: Nicht in jedem Garten lässt sich ein Kleinwindrad betreiben. Kein Erfolg mit dem privaten Windrad wird sich einstellen, wenn mehrere Tausend Euro investiert und nur wenige Kilowattstunden Strom pro Jahr produziert werden.

Windstarke Standorte können am westlichen Siedlungsrand, in Einzellagen als auch in Hang- und Höhenlagen vorkommen.