Private Windkraftanlage für das Eigenheim erfolgreich umsetzen

Private Windkraftanlage für Eigenheim

Vor dem Kauf einer privaten Windkraftanlage für das Eigenheim bzw. den eigenen Garten sollte man unbedingt eine genaue Projektprüfung durchführen. Hausbesitzer sind bei Kleinwindkraftanlagen oft unbedarft und schlecht vorbereitet, so dass die Investition später bereut werden könnte.

Ein Windrad für die Stromversorgung eines Einfamilienhauses wird in der Regel eine Leistung bis 5 kW und eine Aufstellungshöhe bis ca. 25 Meter haben. Dach-Installationen von Windkraftanlagen für Einfamilienhäuser sind maximal auf eine Leistung von 1 kW ausgelegt.

Erfolgreich ist das private Kleinwindkraft-Projekt dann, wenn der Besitzer auch nach mehreren Betriebsjahren noch Spaß mit der Anlage hat. Wie genau Erfolg definiert wird, wird sich von Betreiber zu Betreiber erheblich unterscheiden. Jeder hat eine andere Motivation.

Eigene Ziele und Motivation bestimmen

Es mag trivial klingen, aber werden Sie sich zunächst bewusst, warum Sie eine kleine Windkraftanlage für das eigene Haus anschaffen möchten. Um Strom zu erzeugen, das ist offensichtlich. Gemeint sind tiefere Beweggründe, die entscheidend dazu beitragen, warum sich ein Mensch überhaupt für eine Kleinwindkraftanlage interessiert. Erst wenn sie sich ihrer Motive bewusst sind, können Sie auch den Erfolg des privaten Windrads bestimmen. Vielleicht erkennen Sie sogar, dass ein privates Windkraftwerk nichts für sie ist.

Folgende Motive könnten in Fragen kommen:

  1. Unabhängiger von den großen Energieversorgern werden
  2. Schrittweise Umstellung auf eine komplett autarke Energieversorgung
  3. Sichere Geldanlage
  4. Hohe Rendite-Erzielung
  5. Spaß an der Technik, Kleinwindrad als Hobby
  6. Kinder sollen mit umweltfreundlicher Energietechnik aufwachsen
  7. Ergänzung zur PV-Anlage für die sonnenarmen Monate
  8. Persönlicher Beitrag zur Energiewende und Klimaschutz
    Etc. …

Diese Liste ist bei weitem nicht vollständig, umfasst aber wichtige Punkte. Oft sind es mehrere Motive, die eine Person beeinflussen.

Rendite mit privatem Windrad bis 5 kW Leistung schwer möglich

Rendite Kleinwindanlage schwer möglich

Rendite mit privater Kleinwindanlage ist schwer möglich

Wenn die Investition in die Windkraftanlage vor allem lukrativ sein und eine Rendite erzielt werden soll, dann stecken sie ihr Geld lieber in einen Bürgerwindpark. Solche von Bürgergemeinschaften realisierte Windparks umfassen Windkraftanlagen im Megawattbereich und ermöglichen Privatpersonen ihr Geld in Windkraft zu investieren.

Wann lohnt sich ein kleines privates Windrad finanziell?
Wenn die Kosten des selbst produzierten Windstroms (Stromgestehungskosten)…
a) günstiger sind als der Strompreis des Energieversorgers und
b) der eigene Strom größtenteils selbst verbraucht d.h. nicht eingespeist wird.

Über den Daumen gepeilt müssten die Stromgestehungskosten des privaten Windrads deshalb unter 28 Cent pro KWh liegen. Das wird mit einem privaten Windrad bis 5 kW Leistung nur an sehr windstarken Standorten erreicht. Aufgrund der in der Zukunft steigenden Strompreise , werden sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für den Betrieb einer privaten Windkraftanlage zunehmend verbessern. In 10 Jahren werden die Strompreise eher bei 35 bis 40 Cent pro kWh liegen.

Besser sind die Rahmenbedingungen für nicht-private Betreiber aus Gewerbe und Landwirtschaft. Die Kleinwindkraftanlagen haben oft eine Leistung über 5 kW und werden bis 30 Meter Höhe aufgebaut. Je höher die Anlage, desto höher die mittlere Windgeschwindigkeit. Bei hohem Selbstverbrauch des eigenen Windstroms und guten Windbedingungen wird sich die Kleinwindanlage viel eher rentieren.

Fazit:
Wenn ihre Ziele und Motive vor allem Geldanlage und Kosteneinsparung sind, dann müssen sie das private Kleinwindkraftprojekt besonders kritisch prüfen.

Motive jenseits der Rendite: Umweltschutz und Autarkie

Umweltschutz und autarke Energieversorgung

Umweltschutz und autarke Energieversorgung sind zentrale Motive

Für viele Verbraucher ist es nicht entscheidend, ob der private Windstrom 25 oder 35 Cent pro kWh kostet. Genau so wenig kennen viele Besitzer von Solarwärmeanlagen nicht die Wärmegestehungskosten  ihrer Solarthermie-Anlage. Im Vordergrund stehen andere Motive. Besonders häufig werden Umweltschutzaspekte und der Wunsch nach Autarkie genannt. Der Reiz einer privaten Windkraftanlage liegt nicht zuletzt darin begründet, die Windenergie auf dem eigenen Grundstück in Strom umzuwandeln und diesen selbst zu verbrauchen. Bei der privaten Nutzung der Erneuerbaren Energien in Deutschland lässt sich ein klarer Trend erkennen: Nicht Einspeisung und Renditedenken dominieren, sondern der Eigenverbrauch.

Spaß an der Technik

Kleinwindkraftanlagen üben auf viele Menschen eine besondere Faszination aus.  Durch das Drehen und Schwenken des Rotors wird die sonst unsichtbare Windenergie erst erfahrbar gemacht. Solaranlagen sind im Vergleich schlichtweg langweilig, da sich nichts bewegt. Durch das Zusammenspiel zwischen Physik (Aerodynamik), mechanischer Umwandlung und Elektrotechnik kann man viel lernen. Viele Betreiber beschäftigen sich mit Wind- und Wetterbedingungen und lassen parallel ein Windmessgeräte laufen. Langfristig Spaß an der Kleinwindkraftanlage wird man allerdings nur bei qualitativ hochwertiger und sturmsicherer Technik haben, so wie im aktuellen Kleinwind-Marktreport beschrieben.

Ohne Wind hört der Spaß auf

Auch wenn Wirtschaftlichkeit nicht im Vordergrund bei der Anschaffung einer privaten Windkraftanlage stehen sollte, wird man kein Spaß mit dem Windrad haben, wenn aufgrund mangelhafter Windbedingungen auf dem eigenen Grundstück kaum Strom produziert wird. Kleinwindkraftanlagen sind um ein Vielfaches standortkritischer als Solaranlagen! Längst nicht in jedem Garten oder Hausdach lässt sich ein Kleinwindrad betreiben. Kein Erfolg mit dem privaten Windrad wird sich einstellen können, wenn mehrere Tausend Euro investiert und nur wenige Kilowattstunden Strom pro Jahr produziert werden.

Wie man vor dem Kauf einer privaten Windkraftanlage den eigenen Standort prüfen kann, wurde hier beschrieben: