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Kleinwindanlagen in Großbritannien von Kürzung der Einspeisetarife bedroht

Dunkle Wolken über dem Markt für Kleinwindanlagen in Großbritannien?

Das Vereinigte Königreich war bislang ein Musterland für Kleinwindanlagen. Aufgrund vergleichsweise hoher Einspeisetarife war an vielen Standorten ein wirtschaftlicher Betrieb der Anlagen gegeben. Doch das Energieministerium plant Kürzungen.

Die für Erneuerbare Energien zuständigen Verbände in Großbritannien schlagen Alarm, da die vom Department of Energy and Climate Change (DECC) geplanten Kürzungen den Markt abwürgen und damit hunderte Arbeitsplätze gefährden könnten. Der Markt für kleine Windkraftanlagen hat sich in den letzten Jahren in Großbritannien sehr gut entwickelt. Von den steigenden Verkaufszahlen haben nicht zuletzt englische Hersteller profitiert. Hersteller wie z.B. Evance Wind Turbines haben aufgrund  der aussichtsreichen Marktlage ihre Produktionskapazitäten ausgebaut.

Anlagen mit einer für Haushalte üblichen Leistungsklasse unter 1,5 kW sollen Kürzungen von bis zu 40% erfahren. Konkret würde sich der Einspeisetarif von 39,4 Pence/kWh auf 21 Pence reduzieren. Auf Grundlage des Wechselkurses vom 16. Februar 2012 entsprechen 21 Pence 25 €-Cent. Größere für landwirtschaftliche oder gewerbliche Betriebe geeignete Anlagen könnten im Oktober von Einbußen bis zu 25% betroffen sein.

Da es in Großbritannien 12 Monate dauern kann, bis eine Baugenehmigung für die Errichtung einer Kleinwindanlage ausgestellt wird, würden schon laufende Projekte von den sich verschlechternden Investitionsbedingungen betroffen sein.

Von Seiten der Regierung wird argumentiert, dass sich die spezifischen Investitionskosten für kleine Windkraftanlagen aufgrund zunehmender Serienfertigung in den letzten Jahren reduziert haben. Dabei beruft sich das DECC auf eine Studie des Beratungsunternehmens Parsons Brinckerhoff and Cambridge Economics Policy Associates. Deshalb könnten die Einspeisetarife abgesenkt werden, da sonst Mitnahmeeffekte entstehen, so das DECC.

Britische Kleinwind-Experten betonen, dass Planungsunternehmen und Installateure vor allem im Rahmen der Genehmigung mit erheblichen zusätzlichen Kosten konfrontiert werden. Die Projektgesamtkosten würden deshalb in vielen Fällen steigen. Der Branchenverband für Erneuerbare Energien RenewableUK konstatiert, dass sich die Preise für wichtige Materialien wie Stahl und Kupfer in den letzten Jahren erhöht haben. Diesen Preiserhöhungen wären die Hersteller ausgeliefert, so dass eine starke Absenkung der Anlagenpreise nicht möglich sei.

Ob und in welcher Höhe die geplanten Kürzungen im Oktober durchgeführt werden, bleibt abzuwarten.

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