Umweltminister Altmaier kündigt Gespräche mit Bundesverband Kleinwindanlagen an

Bundesverband Kleinwindanlagen
Bundesverband Kleinwindanlagen

Anlässlich der Mitgliederversammlung des Landeszentrums für Erneuerbare Energien Mecklenburg-Vorpommern Leea e.V. kam es zu einem Treffen zwischen Umweltminister Peter Altmaier und dem Pressesprecher des Bundesverbands Kleinwindanlagen (BVKW), Roger Schneider. Herr Schneider erläuterte dem Bundesminister die teilweise schwierige Lage der Kleinwindkraft-Branche in Deutschland. Ein wesentliches Problemfeld ist manchmal die Genehmigung von Kleinwindkraftanlagen.

In acht Bundesländern können Windräder bis 10 Meter Höhe verfahrensfrei (ohne Baugenehmigung) aufgebaut werden. Eine Überprüfung der Anlagen sowie deren Qualität und Sicherheit entfällt in der Regel, so dass es immer wieder zur Installation mangelhafter Windräder kommt. Vor allem sehr preisgünstige Kleinwindenergieanlagen sind oft nicht ausgereift, erfüllen keine Sicherheitsstandards und sind teilweise durch hohe Schallwerte gekennzeichnet. Leider werden gerade problematische Anlagen durch die Presse aufgegriffen und dann alle Kleinwindräder über einen Kamm geschert, so Schneider.

Roger Schneider (links, Pressesprecher des BVKW) im Gespräch mit Bundesminister Altmaier
Roger Schneider (links, Pressesprecher des BVKW) im Gespräch mit Bundesminister Altmaier

Die Genehmigungslage verschärft sich, da einige Bauämter kleine Windkraftanlagen höher als 10 Meter auch dann nicht zulassen, wenn objektiv keine Gründe gegen das Windrad sprechen. Als Beispiel können Aussiedlerhöfe im windreichen Schleswig-Holstein genannt werden. Aufgrund des abgelegenen Standorts stören die Windräder weder visuell, noch akustisch andere Menschen. Ein besonderer Status aufgrund des Naturschutzes liegt ebenfalls für viele Standorte nicht vor. Auch mehrfach zertifizierte Kleinwindanlagen wie die Sonkyo Windspot, so BVKW-Pressesprecher Schneider, werden von den Bauämtern teilweise abgelehnt, obwohl Qualität und Sicherheit der Windgeneratoren durch unabhängige Prüfinstitute belegt wurden. In vielen Bauämtern herrscht Unsicherheit und Unwissenheit, was den Betrieb kleiner Windanlagen angeht. Eine prinzipielle Ablehnung scheint für einige Ämter der einfachste Weg.

Der BVKW fordert ein politisches Bekenntnis zur Kleinwindkraft als Teil der dezentralen Energiewende in Deutschland. Immer mehr Hersteller aus Deutschland wenden sich vom Heimatmarkt ab und setzen auf fortschrittliche Kleinwind-Märkte wie England und Italien. Bundesumweltminister Altmaier bestätigte, dass er gerne Gespräche mit dem BVKW führen werde und kündigte eine Terminabstimmung an.

Weitere Informationen zum Bundesverband Kleinwindanlagen (BVKW)

  • Positionen des BVKW
  • Am 21.06.2013 findet die Jahreshauptversammlung in Hamburg statt. Eingeladen sind alle Mitglieder des Verbands.
  • Jetzt Mitglied werden: Beitritts-Erklärung (PDF)