Japan plant hohe Einspeisetarife für kleine Windkraftanlagen - Kleine Windkraftanlagen | klein-windkraftanlagen.com

Japan plant hohe Einspeisetarife für kleine Windkraftanlagen

Japan will kleine Windräder stärker fördern

Japan plant hohe Tarife für kleine Windräder

Aktuelle Gesetzesentwürfe für die Förderung von Erneuerbaren Energien in Japan lassen die Vermutung zu, dass sich Japan zu einem der attraktivsten Märkte für Kleinwindkraftanlagen weltweit entwickeln könnte.

Die Folgen der Nuklearkatastrophe von Fukushima haben die japanische Regierung zu einem Umdenken in der Energiepolitik gezwungen. Die großen Gewinner könnten die Erneuerbaren Energien sein, darunter explizit auch die Kleinwindkraft. Die kursierenden Gesetzesvorschläge und Bemessungen für Einspeisetarife wären hervorragende Rahmenbedingungen für einen massiven Ausbau der Erneuerbaren Energien in Japan.

Die vorgeschlagenen Tarife umfassen die Bereiche Windkraft, Geothermie, Wasserkraft, Photovoltaik, Biogas und Biomasse. Für die Windkraft gibt es abhängig von der Leistung zwei unterschiedliche Einspeisetarife. Die Leistungsgrenze liegt bei 20 kW.

Für Anlagen über 20 kW wird ein Einspeisetarif von 23,1 yen/kWh vorgeschlagen, das sind umgerechnet 22,3 Euro-Cent. Dieser Wert übertrifft den aktuellen deutschen Tarif von 8,93 Cent deutlich. Der anvisierte Tarif für Windturbinen unter 20 kW wäre mit 55,9 Euro-Cent pro kWh gleichbedeutend mit dem höchsten Einspeisetarif für Kleinwindanlagen weltweit. Die Einspeisetarife sollen für zwanzig Jahre festgeschrieben werden.

Ein Unterschied zur deutschen Gesetzeslage betrifft den Netzzugang. Das japanische Einspeisegesetz garantiert keinen Netzzugang. Der Kraftwerksbetreiber muss zudem alle Netzanschlusskosten zahlen.

Die Kleinwindkraft-Branche führt in Japan bislang ein Schattendasein. Nach dem Small Wind World Report 2012 des WWEA waren in Japan im Jahr 2009 rund 2.050 Kleinwindanlagen mit einer Leistung unter 100 kW installiert. Das entspricht einer Gesamtleistung von 5,9 MW. Mit der Herstellung von kleinen Windrädern beschäftigen sich nur sechs Unternehmen. Eine Ausweitung der Förderung würde einen Schub für die japanische Kleinwind-Industrie bedeuten. Neue Hersteller würden den Markt betreten, erheblich mehr Gelder würden in die Forschung und Entwicklung fließen.

Eine Veröffentlichung der Tarife soll Ende Mai durch das Industrieministerium METI erfolgen. Die letztendliche Festsetzung wird durch die sich anschließende öffentliche Diskussion beeinflusst werden. Planmäßig sollen die neuen Einspeisetarife dann ab Juli 2012 gelten.

Weitere Informationen zur Förderung von Erneuerbaren Energien in Japan finden Sie in einem Artikel des renommierten Windkraft-Experten Paul Gipe auf RenewableEnergyWorld.com