Maximale Selbstversorgung mit Photovoltaik und Kleinwindanlage

21/11/2023
Selbstversorgung mit Photovoltaik und Kleinwindanlage

Mit Solarstromanlage und Kleinwindkraftanlage kann man eine hohe Autarkie erreichen. Übers Jahr wird ein Großteil der benötigten Energie dann selbst erzeugt. Was sind die Voraussetzungen für eine hohe Unabhängigkeit vom Energieversorger? Das hat zunächst nichts mit der Technik, sondern mit dem Standort zu tun. 

Das folgende Video (16:51 min) erläutert das Rezept für eine maximale Selbstversorgung mit klimafreundlicher Energie: 

Das Energiesystem der Zukunft

Wie sieht das Energiesystem der Zukunft aus? Im Grunde ist es eine Elektrifizierung der Energieversorgung und Mobilität, auch bezeichnet als Sektorkopplung 

Das neue Energiegold ist Strom erzeugt aus Solarenergie und Windenergie. Wer eigenen Strom durch Sonne oder Wind kostengünstig selbst erzeugen kann, sollte diese Möglichkeit unbedingt nutzen. Warum Strom aus Sonne und Wind? 

Fossile Energien, d.h. Öl, Benzin, Gas und Kohle sind die Kernursache des Klimawandels, wir müssen deren Nutzung so schnell wie möglich einstellen. 

Die Ausbaupotenziale für Solar- und Windkraft sind riesig, in Deutschland als auch weltweit. Andere Formen der Erneuerbaren Energien wie Wasserkraft und Geothermie sind begrenzt. 

Natürlich benötigt man für Solarenergie und Windenergie einen Speicher. Als Puffer für Tage mit geringem Solar- und Windpotenzial. Entweder man speichert den Strom direkt in Batterien. Das kann zum Beispiel ein Stromspeicher im Keller eines Gebäudes sein. Oder man wandelt den Strom in Wasserstoff und speichert diesen in Drucktanks.

Die Formel für Energie-Autarkie 

Die Formel für Energieautarkie eines einzelnen Gebäudes lautet: 

Photovoltaik + Kleinwindanlage + Stromspeicher 

Der Stromspeicher wird durch Solarstrom und Windstrom gefüllt, über die Jahreszeiten ergänzen sich Solar- und Windenergie sehr gut. 

Für eine autarke Stromversorgung benötigt auch im Winter einen Energielieferanten, mit Photovoltaik alleine kommt da man nicht weit. 

Vor diesem Hintergrund muss sich jeder private Hausbesitzer und jede Firma die wichtige Frage stellen: Kann ich überhaupt Solarstrom oder Windstrom kostengünstig auf meinem Grundstück beziehungsweise Betriebsgelände selbst erzeugen? Es ist eine Standortfragen! 

Energiepotenzial des Standorts ist entscheidend 

Die beste Technik zur Nutzung der Solarenergie und der Windenergie nützt nichts, wenn das Energiepotential am Standort nicht ausreichend ist. 

Deshalb muss ich mir die Fragen stellen: 

  • Wie ist das Solarpotenzial meiner Dachflächen? 

  • Wie ist das Windpotenzial meines Standorts? 

Wer ein Haus kauft oder baut, sollte unbedingt darauf achten, dass die Dachflächen ein gutes Solarpotenzial haben. Möglichst viel Dachfläche sollte für die Installation von Photovoltaikanlagen geeignet sein. Dann fällt einem klimafreundliche Energie aufs Dach, die in günstigen Strom gewandelt werden kann.  

Natürlich ist auch ein gutes Windpotenzial wünschenswert. Aber solche Standorte sind seltener. In der Praxis gibt es deutlich mehr gute Solar-Standorte, als Standorte für eine Kleinwindanlage. 

Im obigen Video wird genauer darauf eingegangen, was ein gutes Solarpotenzial und einen windstarken Standort ausmachen.  

Individuelle & ganzheitliche Systemplanung 

Jedes Grundstück und jedes Haus als auch der Energiebedarf der Bewohner ist unterschiedlich. Man benötigt deshalb ein individuelles Energie-Konzept.  

Ein typischer Fehler ist, ohne Vorplanung ein paar Angebote einzuholen beispielsweise für eine Photovoltaikanlage und dann das auf dem Papier kostengünstigste Angebot auszuwählen. Es gut sein, dass man später diese Entscheidung bereut.  

Wenn ich heute Energieanlagen installiere, dann sollte das System möglichst flexibel sein in der Zukunft. Offen für technische Erweiterungen. Beispielsweise was die Integration einer Ladestation oder Kleinwindanlage angeht.  

Wann ist 100 Prozent Autarkie möglich? 

Wie wird man zum kompletten Selbstversorger mit Energie? Unverzichtbare Voraussetzung dafür ist, dass man einen Standort mit gutem Solar- UND Windpotenzial hat. Solche Standorte gibt es.  

Für die private Nutzung gibt es solche Grundstücke im ländlichen Raum. Beispielsweise ein Resthof in freier Lage, bei dem die Dächer von Wohngebäude und Stall gut von der Sonne erreicht werden. Wo zudem eine freie Anströmung aus Hauptwindrichtung den Betrieb einer Kleinwindanlage ermöglicht. Natürlich muss der Stromspeicher entsprechend dimensioniert sein. ein Grundstück mitten im Wohngebiet dagegen wird zu wenig Wind haben. 

Für Gewerbebetriebe ist es auch möglich. Beispielsweise ein Betriebsgelände in westlicher Randlage eines Gewerbe- oder Industriegebiets, mit freier Fläche zur Hauptwindrichtung. Und ausreichend solar nutzbare Dachfläche auf dem Betriebsgebäude oder -halle. Natürlich hängt die Autarkie auch vom Strombedarf des Unternehmens ab. 

Ein weiteres Video passend zum Thema: 
Kleinwindkraft und Photovoltaik richtig kombinieren

>> auf YouTube anschauen


Autor: Patrick Jüttemann 

Über den Autor

Patrick Jüttemann

Patrick Jüttemann ist neutraler Experte für Kleinwindkraftanlagen und Autor diverser Fachpublikationen. Er ist Gründer und Inhaber des 2011 gestarteten Kleinwindkraft-Portals und des dazugehörigen YouTube-Kanals "Kleinwindkraft".
Er ist international anerkannter Experte zu gewerblichen und privaten Kleinwindanlagen für die lokale Energieversorgung. Dazu gehört die Integration von Photovoltaik und Stromspeichern.
Seine Arbeit als Autor ist durch aktuelle Marktanalysen, wissenschaftlich fundierte Berichte und Verbraucherschutz gekennzeichnet. Als Experte wird er in diversen renommierten Zeitschriften wie beispielsweise der ZEIT, F.A.Z. und c’t (Heise Gruppe) zitiert.