Kleinwindkraftanlage für Gewerbebetrieb | Praxisbeispiel 30 kW

Kleinwindanlage fürs Gewerbe: Landwirt spart Stromkosten

Gewerbebetriebe sind die optimalen Betreiber von Kleinwindanlagen. Ein Landwirt aus dem Norden spart mit seiner 30 kW Windanlage Stromkosten. Das Video zeigt die wichtigen Schritte über Planung, Genehmigung und Installation der Kleinwindkraftanlage. 
Jetzt das Video anschauen (18:45 min):

Generell gilt: je größer die Windkraftanlage desto günstiger ist der Strom, den man damit produziert. Eine 30 kW Windanlage wird wirtschaftlicher sein als eine 10 kW Anlage.

Gewerbebetriebe mit hohem Stromverbrauch und windstarker Lage können effektiv Stromkosten sparen. Für Gewerbe und Landwirtschaft kommen Kleinwindanlagen mit einer Leistung ab 10 Kilowatt zum Einsatz.

Ausgangslage des Landwirts

Der landwirtschaftliche Betrieb von Gerriet S. aus Friesland umfasst 150 Kühe. In den letzten Jahren hat der Landwirt in die Erweiterung und Automatisierung seines Betriebs investiert. Vor allem die beiden neuen Melkroboter verbrauchen viel Strom.

Sein jährlicher Stromverbrauch beträgt 70.000 Kilowattstunden, sein Strompreis 0,22€ pro Kilowattstunde. Hauptmotiv für die Anschaffung der Kleinwindkraftanlage : Stromkosten sparen.

Seine Photovoltaikanlage mit 25 kW Leistung ist zur Volleinspeisung ausgelegt.

Der niedersächsische Landkreis Friesland ist eine windstarke Küstenregion. Zudem hat sein Betrieb eine freie, windstarke Lage.

Planung der Kleinwindkraftanlage

Den Lastgang das heißt den Stromverbrauch im Zeitverlauf kennt man von seinen beiden Melkrobotern sehr gut. Aufgrund dieser Erfahrung geht man von rund 70% Eigenverbrauch des Windstroms aus.

Der Landwirt erkundigt sich nach empfehlenswerten Kleinwindkraftanlagen. Dazu schaut er sich die Kauf-Tipps zur Kleinwindkraft auf diesem Fachportal an.

Dem Landwirt ist bewusst, dass man zu einer Windanlage unabhängige Tests und Referenzen haben muss. Er entscheidet sich für eine Kleinwindkraftanlage mit 30 kW Leistung aus deutscher Produktion.

Über den Hersteller der Windanlage lässt er aber ein Ertragsgutachten beauftragen. An seinem Standort für die Windkraftanlage rund 70.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr erzeugen.

Kleinwindkraftanlage fürs Gewerbe

Die kleine Windkraftanlage der Herstellers BestWatt hat eine Nennleistung von 30 Kilowatt und einen Rotordurchmesser von 13,7 Meter, der Gittermast hat eine Höhe von 42 m. Die Gesamthöhe (höchste Flügelspitze) liegt knapp unter 50 Meter. Die Kleinwindanlage ist unabhängig vermessen auf Basis der Norm IEC 61400-2.

Baugenehmigung

Der Landwirt hat gute Voraussetzungen für eine Genehmigung, da Windkraftanlagen im Außenbereich d.h. auf dem Land privilegiert sind.

Um das Verfahren möglichst schnell und effizient abzuwickeln wurde keine Bauvoranfrage eingereicht, sondern direkt der Antrag auf eine Baugenehmigung in Angriff genommen. Der Hersteller der Windkraftanlage hat sich federführend um die Baugenehmigung gekümmert. Das Verfahren hat über ein Jahr gedauert.

Alle geforderten Abstände der Wind Anlage zur eigenen Gebäuden und zu Nachbarsgrundstücken wurden eingehalten. Das betrifft baurechtliche Abstandsflächen, als auch Schall und Schattenwurf.

Minimaler Einfluss aufs Landschaftsbild

Bei der Genehmigung und Akzeptanz von Kleinwindkraftanlagen gibt es einen ganz wichtigen Punkt: das ist der minimale Einfluss aufs Landschaftsbild.

Nicht nur sind die Anlagen sehr viel niedriger als Großwindanlagen, darüber hinaus sind Mast und Rotor erheblich schmaler und deshalb optisch unauffällig

Anmeldung beim Netzbetreiber

Nach dem EEG ist der Netzbetreiber verpflichtet, Anlagen bis 30 kW an das Netz anzuschließen. Bei einer höheren Leistung kann der Netzbetreiber ein Netzertüchtigung verlangen.

Obwohl der Landwirt schon eine 25 kW Photovoltaikanlage hatte, hat der Netzbetreiber den Anschluss der Kleinwindanlage trotzdem ohne Auflagen oder Kosten für den Landwirt realisiert.

Der Grund: Kleinwindkraftanlagen haben eine geringe Netzbelastung. Erstens weil Windanlagen oft im Teillastbereich laufen. Zweitens, weil ein Großteil der Leistung für die Eigenversorgung verwendet wird, nur ein geringer Teil wird eingespeist.

Betriebsergebnis und Erfahrung des Landwirts

Ergebnis nach knapp einem Jahr Betriebszeit der Windanlage: Der erwartete jährliche Stromertrag von rund 75.000 kWh wird erreicht. Der Strompreis von 22 Cent wird von der Windanlage deutlich unterboten, das heißt der Landwirt kann Stromkosten sparen.

O-Ton des Landwirts zur Reaktion von Anwohnern und Besuchern: "Das Einzige was mir aufgefallen ist, dass die Windanlage kaum jemand aufgefallen ist." Kleinwindanlagen sind optisch unauffällig.

Spätestens wenn seine Solarstromanlage ab dem Jahr 2030 keine Einspeisevergütung bekommt, wird der Landwirt sich einen Batteriespeicher anschaffen. Dann wird er mit Photovoltaik, Kleinwindkraftanlage und Stromspeicher autark sein. Für die Milchproduktion würde dann 100 % eigener Ökostrom verwendet

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Kleinwindkraft fürs Gewerbe

Autor: Patrick Jüttemann

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