Kleine Windkraftanlagen für die autarke Stromversorgung in Nepal

Kleine Windkraftanlagen für die autarke Stromversorgung in Nepal

Gebetsfahnen im Wind

Gebetsfahnen im Wind

In der schroffen Bergwelt Nepals ist ein Großteil der Siedlungen nicht an das öffentliche Stromnetz angeschlossen. Vor allem an Hanglagen und auf Bergkuppen lassen starke Winde einen erfolgreichen Betrieb von Kleinwindkraftanlagen vermuten. Dennoch sind kleine Windräder noch weniger verbreitet als PV-Anlagen und kleine Wasserkraftanlagen. Durch neue Projekte soll die Verbreitung der Kleinwindkraft in Nepal forciert werden.

Nach einem Bericht der The Times of India wurde im Dezember 2011 in Nepal das erste „Erneuerbare-Energien-Dorf“ (renewable energy village) Asiens eingeweiht, welches für die netzferne Stromversorgung vollständig auf regenerative Energien zurückgreift. Ob diese Siedlung wirklich das erste regenerative Dorfstromsystem in Asien ist, sei dahingestellt. Für die Nutzung der Kleinwindkraft in Nepal ist das PV-Wind-Hybridsystem ein Meilenstein. Zwei moderne 5 kW Kleinwindanlagen werden durch 2 KW an PV-Leistung ergänzt und versorgen 46 Haushalte mit Strom. Für die Dorfbewohner bedeutet dies eine deutliche Verbesserung Ihrer Lebensverhältnisse, da nun jederzeit Licht zur Verfügung steht und die Nutzung von Computern und der Betrieb von Pumpen möglich sind. Das Projekt wurde von der Asian Development Bank finanziell gefördert und vom Alternative Energy Promotion Centre des nepalesischen Umweltministeriums umgesetzt.

Der Einsatz von Kleinwindkraftanlagen in umfangreichen Dorfstromsystemen mit Hilfe entsprechender Entwicklungsgelder und westlicher Technologie ist ein vielversprechender Ansatz. Aber es werden auch andere Wege verfolgt, die Verbreitung von Kleinwindanlagen in Nepal zu forcieren. Eine Möglichkeit ist die Verwendung von Mikro-Windkraftanlagen, die zunächst die Grundbedürfnisse der Menschen abdecken, die Bereitstellung von Strom für Lampen. Für diese Aufgabe reichen Anlagen mit einer Leistung unter 100 Watt, die in der Regel an eine Batterie gekoppelt sind. Für diesen Zweck sucht Professor Jagan von der Tribhuvan University Kathmandu kleine Windräder, die er vor Ort testen kann. Die Mini-Windräder sollten durch eine einfache Konstruktion gekennzeichnet sein. Dies wird nicht nur die Wartung der Windräder erleichtern, sondern auch eine etwaige Serienproduktion auf Basis einer Lizenzfertigung in Nepal ermöglichen.

Hinweise und Tipps zu in Frage kommenden Mini-Windrädern können per E-Mail an das Kleinwindkraft-Portal übermittelt werden. Auf nepalesischer Seite prüft ein Mitarbeiter der deutschen Organisation GIZ die Vorschläge und leitet sie an die Tribhuvan University weiter.

Quellen:
The Times of India: Nepal’s Dhaubadi turns Asia’s first ‚renewable energy village‘

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