Einzigartiges Großprojekt mit 200 Kleinwindanlagen per Contracting

Eines der ambitioniertesten Kleinwindkraft-Projekte der letzten Jahre wurde kürzlich in Schottland bekanntgegeben. Im Rahmen von „Hamsin Wind“ sollen insgesamt 200 Kleinwindkraftanlagen mit einer Leistung von 6 und 15 kW installiert werden. Investition, Installation und Betrieb der Kleinwindräder werden als Komplettpaket angeboten. Die Nutzer des Stroms bezahlen pro Kilowattstunde, ohne die Investition tragen zu müssen.

Teilnehmer und Vorteile

Teilnehmen am Hamsin Wind Projekt kann jeder, der an der Installation einer Kleinwindkraftanlage auf seinem Grundstück interessiert ist. Das können private Hausbesitzer, Gewerbebetriebe oder Kommunen sein. Der regionale Schwerpunkt liegt auf den Starkwind-Gebieten in den schottischen Highlands und Inseln.

Die Vorteile für die Teilnehmer:

  • Projektabwicklung inklusive Standortprüfung und Baugenehmigung durch Profis
  • Keinerlei Kosten für Planung, Kauf, Installation und Wartung
  • Voller Service während der Betriebszeit der Kleinwindanlage
  • Sauberer Strom durch das Kleinwindrad

Abwicklung und Geschäftsmodell

Erster Schritt der Projektabwicklung ist die Standortprüfung durch einen professionellen Dienstleister. Eine windreiche Lage ist die wichtigste Voraussetzung für ein wirtschaftliches Kleinwind-Projekt. Wenn das Windpotenzial des Standorts hoch genug ist, wird zwischen dem Grundstücksbesitzer und dem Hamsin-Wind-Konsortium ein Vertrag geschlossen, der die Stromnutzung konkretisiert.

Dem Grundstücksbesitzer werden 100 % des Stroms durch die Kleinwindenergieanlage angeboten, der auch zum Heizen eingesetzt werden kann. Überschüssiger Strom wird ins Netz eingespeist. Die Finanzierung der Kleinwindanlage wird über den Einspeisetarif realisiert. In Großbritannien wird Strom aus Kleinwindanlagen mit einer Nennleistung bis 15 kW mit 17,78 pence vergütet, was zurzeit rund 0,25 Euro entspricht. Im windstarken Schottland wird man an vielen Standorten mit einer Kleinwindkraftanlage den Strom deutlich günstiger produzieren können. Für den wirtschaftlichen Betrieb der Windturbine müssen die Produktionskosten des Stroms niedriger sein, als der Verkaufspreis.

Hinter Hamsin Wind steckt ein Firmenkonsortium aus Schottland, welches verschiedene Funktionen abdeckt: Finanzierung, Stromverkauf, Standortprüfung und Installation der Anlagen als auch Herstellung zertifizierter Kleinwindanlagen.

Hersteller Kingspan Wind

Als Lieferant der Kleinwindkraftanlagen kommt der schottische Hersteller Kingspan Wind zum Zuge. Kingspan bietet Kleinwindanlagen mit einer Leistung von 3 kW, 6 kW und 15 kW an. Die Windräder wurden aufgrund der hohen Qualität und Sturmsicherheit in den Kleinwind-Marktreport aufgenommen. Als typische Masthöhe der bei Hamsin Wind vorgesehenen Windräder werden 15 m angegeben. Die Installation der ersten Windturbinen soll Ende September 2015 erfolgen.

Ein Geschäftsmodell für Deutschland?

Der Fullservice-Charakter der Projektabwicklung ist auch für Deutschland interessant. Denn die Umsetzung einer Kleinwindanlage ist deutlich komplizierter als bei einer Solaranlage. Das gilt vor allem für Standortprüfung und Windmessung sowie die Baugenehmigung.

Die Finanzierung hierzulande ist dagegen schwierig, da kein hoher Einspeisetarif wie im Vereinigten Königreich vorhanden ist. Der deutsche Einspeisetarif liegt mit 8,5 Cent pro kWh bei ca. einem Drittel des Tarifs in GB. In Deutschland ist der hohe Strompreis der entscheidende Hebel für den wirtschaftlichen Betrieb von Kleinwindkraftanlagen. Insofern könnten Kleinwind-PV-Batterie-Systeme als Systemlösungen für den Eigenverbrauch eine interessante Option für die Zukunft sein. Solche Komplettsysteme könnten nach gleichem Muster wie bei Hamsin Wind  schlüsselfertig per Contracting angeboten werden.

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