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Kauf eines Windrads

Unübersichtlicher Markt für kleine Windräder

Die Angebotslage zu kleinen Windkraftanlagen ist zurzeit unübersichtlich. Es gibt viele Hersteller, darunter einige mit Produkten, die wenig erprobt und kaum aus dem Pilotstadium heraus sind.

Verwirrend sind oftmals die Leistungsangaben der Hersteller, die sich an keiner Norm orientieren müssen. Leistungsdaten basieren teilweise auf Windgeschwindigkeiten, die für Kleinwindprojekte zu hoch sind und deshalb wenig Aussagekraft haben.

Falsche Herstellerangaben und unzureichende Qualität der Anlagen können dazu führen, dass der Anwender durch die Performanz des Kleinkraftwerks enttäuscht wird.

Zertifizierungen für Kleinwindkraftanlagen geben Sicherheit

Zertifizierung von Kleinwindanlagen

Bei einer Zertifizierung wird eine Kleinwindanlage auf Herz und Nieren geprüft

Zertifizierungen werden von unabhängigen Prüfinstituten ausgestellt und belegen die Leistungsdaten einer Anlage. In Deutschland sind Zertifizierungen für Kleinwindanlagen gesetzlich nicht vorgeschrieben. Gerade für kleine Unternehmen ist die Durchführung einer Zertifizierung kaum erschwinglich, da die Kosten bis zu 300.000 Euro betragen können. Der Bundesverband Kleinwindanlagen fordert deshalb kostengünstigere Zertifizierungsverfahren und öffentliche Zuschüsse für die Zertifizierung.

Zertifizierungen haben zudem den Vorteil, dass sie technische Standards und Parameter vorgeben, nach denen Kleinwindanlagen verschiedener Hersteller verglichen werden können.

Mit der Norm IEC 61400-2 wurde ein internationaler Zertifizierungsstandard für Kleinwindanlagen geschaffen. Allerdings wird dieser Standard nicht von allen Ländern 1:1 übernommen, in Ländern wie den USA und Großbritannien wurden eigene Zertifizierungsstandards verabschiedet. In diesen Ländern wird eine staatliche Förderung nur für Anlagen mit Zertifizierung gewährt.

Zertifizierte Anlagen haben zudem im Rahmen einer Baugenehmigung den Vorteil, dass die Kosten für die Genehmigung geringer ausfallen. Vor allem Gutachten können bei Genehmigungsverfahren teuer werden und werden durch die Zertifizierung teilweise abgedeckt. Dabei ist es prinzipiell egal, für welches Land eine Kleinwindanlage eine Zertifizierung erhalten hat. Fragen Sie beim Hersteller nach, welche einzelnen zertifizierten Prüfdokumente zur Verfügung stehen, um diese beim Bauamt vorzulegen.

Problem: Die meisten Kleinwindanlagen in Deutschland sind nicht zertifiziert

Die Unübersichtlichkeit des deutschen Kleinwind-Marktes lässt sich auf den Umstand zurückführen, dass die meisten kleinen Windturbinen nicht zertifiziert sind. Während man in Großbritannien eine Zertifizierung benötigt, um in den Genuß hoher Einspeisetarife zu kommen, fehlt in Deutschland dieses Anreizinstrument. In Deutschland gibt es keine hohen Einspeisetarife für Kleinwindräder.

Fazit:
Es gibt sehr gute Hersteller von Kleinwindkraftanlagen in Deutschland ohne Zertifizierung. Leider fallen unter die nicht-zertifizierten auch einige schlechte Windanlagen.

Hilfreicher Marktreport: Die besten Anlagen auf einen Blick

Der aktuelle Kleinwind-Marktreport umfasst erprobte Kleinwindräder und erfahrene Anbieter. Es werden 59 horizontale Windturbinen von 24 Herstellern vorgestellt im Leistungsbereich von 100 Watt bis 100 Kilowatt. Mit Ratgebertexten, Fotos, technischen Daten und Vergleichslisten. Hier geht’s zum Marktreport.


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