Kleinwindanlagen FAQ | Garten, Grundstück und Abstände

Eignet sich mein Garten oder Grundstück für eine Kleinwindanlage?

Für die nachhaltige Nutzung einer kleinen Windkraftanlage müssen bestimmte Standortvoraussetzungen geprüft werden. Von entscheidender Bedeutung ist die freie Anströmung der Anlage durch den Wind. Die durch eine Windkraftanlage erzeugte Leistung steigt überproportional mit wachsender Windgeschwindigkeit an.

Beurteilung von Gelände und Landschaft

Zunächst muss man den großräumigen Landschaftstyp und das Relief des Standorts beurteilen. Küstennahe Standorte sind generelle windstärker als Binnenland-Standorte. Grundstücke in eingekesselter Tal-Lage sind schlechter geeignet als Standorte im vegetationsarmen Flachland oder auf Hügelketten. Einen groben Hinweis zu den Windverhältnissen eines Orts bieten die Karten des Deutschen Wetterdienst (DWD). Maßgeblich sind die Karte mit mittleren Jahresgeschwindigkeiten in einer Höhe von 10 m: www.dwd.de/windkarten

Anströmung des Windes ohne Barrieren

Die Windverhältnisse eines spezifischen Standorts können von den allgemeinen Angaben im offiziellen Kartenwerk deutlich abweichen. Barrieren wie Hecken, Bäume oder Häuser verursachen vor allem in Bodennähe Luftverwirbelungen, die dem Wind die Energie entnehmen. Je höher die Luftschicht, desto geringer sind die Luftturbulenzen. Abhilfe könnte ein höherer Mast schaffen, allerdings sinkt die Chance einer Genehmigung der Anlage mit steigender Masthöhe.

Bezogen auf die Hauptwindrichtung sollten keine Barrieren vor der Anlage stehen. In Deutschland herrschen allgemein Westwinde vor d.h. der Wind weht von West nach Ost. Von der gängigen Hauptwindrichtung kann es allerdings lokalspezifische Abweichungen geben. Je höher das nächste Hindernis in Hauptwindrichtung, desto größer muss der Abstand von diesem Hindernis sein. Eine Daumenregel besagt, dass der Abstand zum Hindernis das Zwanzigfache der Hindernishöhe betragen muss. Besteht das Hindernis beispielsweise aus einer 10 m hohen Baumreihe, dann sollte die Anlage 200 m von dieser Baumreihe entfernt stehen. In diesem Fall muss auch überlegt werden, ob die Bäume noch wachsen können. Dann müsste man in einigen Jahren mit geringeren Erträgen der Kleinwindanlage rechnen. In der folgenden Abbildung werden die notwendigen Abstände beispielhaft dargestellt.

Abstand Kleinwindanlage Hindernis

Abbildung: Copyright www.klein-windkraftanlagen.com – Alle Rechte vorbehalten

 

Abstand zu Nachbarn

Im Rahmen der Standortprüfung eines Kleinwindkraft-Projektes müssen auch die Nachbarn einbezogen werden. Der Austausch mit den Nachbarn auch dann sinnvoll, wenn die Anlage ohne Baugenehmigung errichtet werden soll.

Personen in der Nachbarschaft könnten sich von den Geräuschen einer Anlage gestört fühlen. Einige Hersteller bieten Daten zur Geräuschentwicklung in Abhängigkeit von der Entfernung zur Anlage. Insgesamt sind die Schallemissionen vieler moderner Kleinwindanlagen gering. Bei starkem Wind wird der Anlagenschall vom Eigengeräusch des Windes relativiert. Die zulässigen Schallwerte sind in der Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm (TA Lärm) festgeschrieben. Für allgemeine Wohngebiete dürfen beispielsweise tagsüber die Schall-Immision nicht über 55 dB(A) und nachts nicht über 40 dB(A) liegen.

Je nach Bundesland und Gebietstyp (Wohngebiete, Gewerbegebiet etc.) werden unterschiedliche Mindestabstände zur Windanlage verlangt. Der höchste Wert beträgt 1 H d.h. exakt die Gesamthöhe der Windanlage. Ist die Windanlage (höchster Punkt des Rotors) beispielsweise 15 m hoch, so muss um die Windanlage herum ebenfalls ein Abstand von 15 m eingehalten werden. Das Bauamt vor Ort wird die notwendigen Informationen zu Schall- und Abstandsregelungen bereitstellen.

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